Das Institut

Prof. Lanzavecchia

Das Institute for Research in Biomedicine (IRB) wurde im Frühjahr 2000 in Bellinzona, der Hauptstadt des Kantons Tessin in der “italienischen Schweiz” unter Führung von Prof. Lanzavecchia mit dem Ziel eröffnet, einen Beitrag zum Forschritt der biomedizinischen Forschung zu leisten, indem die Grundmechanismen  der Immunabwehr gegen Bakterien, Viren, Tumore und neurodegenerative Erkrankungen studiert werden. Das von Stararchitekt Luigi Snozzi entworfene Gebäude aus Glas und Stahl bietet einen Blick auf Castelgrande, die riesige mittelalterliche Burganlage im Stadtzentrum.  Das IRB verfügt über modernste Einrichtungen verteilt auf 1400 m² Laborfläche im Hauptgebäude. Es gibt Kerneinrichtungen für die Analyse von Nucleinsäuren und Proteinen, zur Zelldifferentation und Zytofluormetrie sowie für hochauflösende Mikroskopie und Bildanalyse.

Die Hauptfinanzierung für das IRB kommt von Einzelpersonen und Institutionen, die den Grundgedanken des IRB teilen. Die Helmut Horten Stiftung, die Gustav & Ruth Jakob Stiftung sowie die Schweizer Eidgenossenschaft, der Kanton Tessin und die Stadt Bellinzona ermöglichen die Forschung und Lehrtätigkeit des IRB. Der Hauptsponsor, die Helmut Horten Stiftung, hat anfänglich zehn Mio. CHF für Laboreinrichtungen bereitgestgellt und unterstützt das IRB weiterhin jedes Jahr. Zusätzlich werden IRB-Forschungsprogramme unter anderem vom Schweizer Nationalfond, der Europäischen Union, der Bill und Melinda Gates Foundation und dem Wellcome-Trust finanziert.

Das IRB genießt mittlerweile  internationalen Ruf als renommiertes Forschungszentrum für Immunologie. Die Forschungsleiter haben ein effektives und weltweites Netzwerk der Zusammenarbeit mit anderen führenden Forschungseinrichtungen etabliert. Die IRB-Studien werden laufend in führenden Fachjournalen  veröffentlicht, die meisten der IRB-Forschungsleiter sind auch Professoren an Schweizer und ausländischen Universitäten. Das IRB ist seit 2010  an die Università della Svizzera Italiana (USI) angegliedert und Mitglied des Schweizer Instituts für Vakzinforschung (SVRI) sowie des  Instituts für Arthritisforschung (IAR).

Die ersten dreizehn Jahre waren auf die Entwicklung von Techniken und mehrere Entdeckungen ausgerichtet. So standen zum Beispiel die Entwicklung eines effizienten Systems zur Produktion von monoklonalen Antikörpern, die Rekonstruktion des menschlichen Immunsystems im Modell, die Charakterisierung von Zellen und Mechanismen, die zu Autoimmunerkrankungen und degenerativen Krankheiten führen, die Entdeckung eines neuartigen Mechanismus, der die Migration weisser Blutkörperchen steuert und die Entwicklung eines Ansatzes zur Reduktion von Proteinablagerungen im Gehirn, die die Alzheimer-Krankheit verursachen, im Zentrum der Tätigkeiten. Das IRB erweitert laufend seine Programme für Humanimmunologie. Es strebt an, für seine Mitglieder die bestmöglichen Bedingungen für unabhängige Forschung auf höchstem Niveau mit den nötigen technischen und logistischen Mitteln zu schaffen. Das Institut begrüßt zudem die Zusammenarbeit von Forschungsteams aus den verschiedensten Disziplinen der biomedizinischen Forschung.

Ein dynamisches Doktoratsprogramm ermöglicht es Studenten, ihre Dissertation in einer der weltweit verteilten IRB-Forschungsgruppen zu erarbeiten. Bisher haben mehr als 40 Studenten erfolgreich promoviert und exzellente Positionen in führenden Institutionen der Welt eingenommen.

Ein wichtiger Anreiz für Forschung im Tessin

Prof. Noseda

Die Gründung der Università della Svizzera Italiana (USI) in der italienischen Schweiz im Oktober 1996 hat sich als immens wichtig erwiesen hinsichtlich der Entwicklung wissenschaftlicher und kultureller Aktivitäten im Kanton Tessin.

Heute wird die wissenschaftliche Forschung hauptsächlich innerhalb der den vier Fakultäten (Kommunikationswissenschaft, Wirtschaftswissenschaften, Informatik und Architektur) angeschlossenen Instituten und Laboren durchgeführt, die mit einem dynamischen, attraktiven und innovativen Programm eine Vielzahl von Forschungsbereichen abdecken. Im Jahr 2010 hat das IRB in Zusammenarbeit mit der USI einen neuen Forschungsbereich entwickelt. Biomedizin ist ein Teil der Biologie, der sich mit den fortwährenden Prozessen innerhalb der pyhsiologischen und pathologischen Funktionen des menschlichen Organismus beschäftigt. Biomedizinische Forschung auf molekularer, zellularer und klinischer Ebene trägt zur weiteren Entwicklung neuer diagnostischer und therapeutischer Methoden bei und ist damit unabdingbar für den medizinischen Fortschritt.

Das Institute for Research in Biomedicine ist aktives Mitglied in nationalen und internationalen Forschungsnetzwerken. Das Institut hat viele wissenschaftliche Kooperationen mit Forschungsinstituten in der Schweiz und auch im Ausland geschaffen.

Das IRB ist ein Eckpfeiler und eine einzigartige Einrichtung im Tessin, die sich unter anderem durch die folgenden Punkte aus- und kennzeichnet:

  • Teilnahme an der Erweiterung des Wissens in wesentlichen Bereichen der Wissenschaft.
  • Anregung  und Unterstützung der theoretischen und praktischen Bereiche der biomedizinischen Forschung.
  • Beitrag zur Schulung und Weiterbildung von Wissenschaftlern im Bereich der Humanbiologie und -medizin.
  • Wissenschaftlicher Partner für die pharmazeutische und biotechnologische Industrie im Tessin und in der Umgebung.

Der IRB-Schwerpunkt: Humanimmunologie

Obwohl die Immunologie kein neues wissenschaftliches Gebiet ist, hat sie sich in den letzten Jahren signifikant weiterentwickelt. Sie erforscht die Mechanismen, die in Gang gesetzt werden, wenn höhere Organismen sich gegen Viren, Bakterien, Pilze und Parasiten zur Wehr setzen sowie die Muster, nach denen Fremdkörper wie etwa Implantate oder Tumore erkannt werden. Aus diesem Grund ist die Immunologie sehr wichtig für alle Bereiche der Medizin, wie z. B. Infektionskrankheiten, Onkologie, chronische Entzündungen, Autoimmunerkrankungen und Transplantationen. Der Einfluss dieser Forschung wurde lange Zeit unterbewertet - ein Umstand, der sich erst geändert hat, als dem Schweizer Immunologen Rolf Zinkernagel 1996 der Nobelpreis für Medizin überreicht wurde.

Das IRB unterscheidet sich von anderen Einrichtungen durch seinen exklusiven Fokus auf Immunologie. Die Forschungsaktivitäten beinhalten Aspekte der Immunabwehr und -regulierung, des Mechanismus, durch den pathogene und tumoröse Zellen der körpereigenen Immunabwehr entgehen, der Mechanismen der Proteinproduktion und des Proteintransports bei der Alzheimer-Krankheit, der Rolle von Mikro-RNAs, einer relativ neuen Klasse von regulatorischen Molekülen, der Entwicklung und Funktion von Immunzellen, die verschiedenen Aspekte der T-Zellen-Physiologie, inkl. Protein- und Membranaustausch, der Signaltransduktion, der Kontrolle des Zellwachstums und der interzellularen Kommunikation während der Entwicklung der T-Zellen und der immunpathologischen Bedingungen. Hochleistungsrechnerische, biochemische und biophysische Arbeitsmittel werden eingesetzt, um die Struktur der Proteine zu bestimmen und ihre Interaktion mit anderen Molekülen zu charakterisieren - mit besonderem Augenmerk auf Antikörper / Antigen-Interaktionen bei Infektionskrankheiten. Die Forschung konzentriert sich auch auf die Beziehungen zwischen Immunabwehrmechanismen und anderen biologischen  Funktionen im menschlichen Organismus.

Eine Brücke zwischen Norden und Süden

Es gibt in der Schweiz nur wenige Forschungsinstitute, die mit dem IRB vergleichbar wären. Dies sind das Schweizer Institut für experimentelle Krebsforschung in Lausanne , das Institut für Allergie- und Asthmaforschung in Davos, das Theodor-Kocher-Institut an der Universität Bern und das Institut für experimentelle Immunologie an der Universität Zürich. Dank des eigenen Fokus auf Humanimmunologie kann das IRB problemlos produktive Kooperationen mit bereits etablierten Institutionen, die sich vorrangig auf reine Grundlagenforschung konzentrieren, eingehen. Mehr noch – das Institut trägt zur weiteren biomedizinischen Forschung in der Schweiz bei.

Als natürliche Konsequenz aus der geografischen und kulturellen Lage orientiert sich der Kanton Tessin hauptsächlich an den südlichen Regionen. In der Lombardei und im Piemont befinden sich wichtige biomedizinische Intitutionen, die Forschungskooperationen mit dem Tessin aufgebaut haben. Der Großteil der IRB-Forschungsleiter hat auch Professuren an Schweizer (Bern) und italienischer Universitäten sowie an staatlichen Institutionen (EPFZ und EPFL).

Eine moderne und effiziente Struktur

Gabriele Gendotti

Das Institut wird von einer Stiftung verwaltet, deren Führung der Jurist Gabriele Gendotti ausübt. Die finanzielle Sicherheit ist durch die Unterstützung der Schweizer Regierung, privater und öffentlicher Sponsoren und die Zuwendungen von Privatpersonen garantiert. Die jährlichen Betriebskosten belaufen sich auf ungefähr acht Mio. Schweizer Franken. Das Institut beherbergt derzeit acht Forschungseinheiten, die von renommierten Wissenschaftlern überwacht werden. Es gibt insgesamt 80 Angestellte, inkl. administrativem und technischem Personal. Zusätzlich zum Institutsdirektor steht noch ein wissenschaftlicher Beirat zur Verfügung, der aus fünf Personen besteht, die Forschungsprogramme des Instituts regelmäßig evaluiert und der somit die Qualität der Forschungsergebnisse garantiert. 

Aktuelles

Keine News in dieser Ansicht.

Weitere Informationen