Ein Jubiläum der Verantwortung: 40 Jahre Helmut Horten Stiftung

Seit nunmehr vierzig Jahren fördern die beiden Helmut Horten Stiftungen in der Schweiz und Österreich das Gesundheitswesen. Dieses Engagement wurde im Jahre 1971/72 vom Gründer der Horten Aktengesellschaft Helmut Horten ins Leben gerufen und mit beträchtlichen Mitteln ausgestattet. Helmut Horten hat von vornherein langfristig und nachhaltig geplant und mit unternehmerischer Kompetenz gehandelt. Im Fokus des Stifterwillens stand die Förderung der Heilbehandlung und Krankenpflege, der medizinischen Forschung und der Fürsorge für Waisen und alte Menschen. Seit seinem Tod im Jahre 1987 werden die Geschicke der Stiftungen von seiner Gattin Heidi Horten gelenkt.

In dieser langen Zeitspanne sind insgesamt bis heute rund 100 Millionen Sfr für medizinische Projekte gespendet worden. Die vielfältigen Zuwendungen gingen an Universitäten, Universitätskliniken, Krankenhäuser und Forschungseinrichtungen vorwiegend in der Schweiz und Österreich. Das Spektrum der medizinischen Verwendungen reicht von der Kardiologie- und Krebsforschung, von der Diabetes- und Infektionskrankheitsforschung über die Anästhesie-, Leukämie- und Hirnforschung bis zur Erforschung von Hepatitis B oder Malariaheilmitteln und der Prävention psychischer Krankheiten sowie der Herzinsuffizienz bei älteren Patienten. Nicht zuletzt wurde auch zum Einsatz technischer Geräte beigetragen wie der Einrichtung von Laboratorien für Herzdiagnose, der Anschaffung von Röntgen- und Intensivpflegegeräten, Computer-Tomographen, digitalisierten Ultraschallgeräten, Behindertenfahrzeugen oder Treppenliften in Behindertenheimen. In den Jahrzehnten ist ein dichtes Förderungsnetzwerk entstanden, das immer den Stifterwillen im Blick behalten hat.

Im Jahre 1998 hat sich Frau Heidi Horten und ihre Stiftungsgremien entschieden, zwei sehr zukunftsträchtige Projekte für einen längeren Zeitraum umfänglich zu unterstützen. Der Wunsch nach Innovation und Nachhaltigkeit stand im Vordergrund dieser Förderungen, die weiterhin Bestand haben. So wurde mit maßgeblicher Beteiligung der Horten Stiftung im Frühjahr 2000 in Bellinzona das Institute for Research in Biomedicine (IRB) gegründet. Im Vordergrund der Institutstätigkeit steht die Weiterentwicklung der biomedizinischen Forschung. Die dort tätigen Wissenschaftler konzentrieren sich auf das Studium der Grundmechanismen der Immunabwehr gegen Bakterien, Viren, Tumore und neurodegenerative Erkrankungen. Einen zweiten Schwerpunkt bildet die Humanimmunologie. Auf diesem wissenschaftlichen Gebiet werden jene Mechanismen untersucht, die ablaufen, wenn höhere Organismen sich gegen Viren, Bakterien, Pilze und Parasiten zur Wehr setzen. Ebenso werden jene Muster unter die Lupe genommen, nach denen Fremdkörper wie zum Beispiel Implantate oder Tumore erkannt werden. Diese grundlegende Arbeit macht die Immunologie für alle Bereiche der Medizin wichtig.

In den ersten zehn Jahren seiner Tätigkeit konnte das IRB eine ganze Reihe von neuen Techniken und Entwicklungen realisieren. Dazu gehört nicht zuletzt die Rekonstruktion des menschlichen Immunsystems im Modell, die Entwicklung eines effizienten Systems zur Produktion von monoklonalen Antikörpern oder die Entwicklung eines Ansatzes zur Reduktion von Proteinablagerungen im Gehirn, die die Alzheimer-Krankheit verursachen. In der Zwischenzeit besitzt das IRB internationale Reputation und ein weltweites, kooperatives Netzwerk mit führenden Forschungseinrichtungen. Weitere Hinweise finden Sie unter: http://www.irb.ch/home

Das zweite große Förderprojekt wurde im Jahre 1999 in Zürich gegründet und firmiert unter dem Namen Horten Zentrum für praxisorientierte Forschung und Wissenstransfer. Dieses Zentrum gehört zur Universität Zürich und wurde administrativ der Klinik und Poliklinik für Innere Medizin zugeordnet. Seit dem Jahre 2000 trägt das Horten Zentrum dazu bei, die unüberschaubare Fülle medizinischer Forschungsergebnisse zu systematisieren, damit gesicherte Ergebnisse auch in der Praxis ankommen und zum Wohle der Patienten angewandt werden können. Da es heutzutage für den Allgemeinmediziner unmöglich ist, einen Überblick bei der Fülle medizinwissenschaftlicher Publikationen zu behalten, identifizieren die Mitarbeiter des Zentrums relevante Artikel und Studien. Diese Auswahl wird dann kurz und prägnant zusammengefasst und im Internet veröffentlicht. Dieser Dienst ermöglicht es den Allgemeinmedizinern, aktuelle und wichtige Erkenntnisse in ihrer Praxis einzusetzen.

Der zweite Schwerpunkt des Zentrums liegt in der patientenorientierten Forschung und fokussiert vor allem die Diagnosequalität. In einer Studie konnte dokumentiert werden, dass viele Ergebnisse der diagnostischen Forschung selbst für Ärzte unzugänglich sind und somit in der medizinischen Praxis kaum eine Rolle spielen. Vor diesem Hintergrund hat das Zentrum maßgeblich die Entwicklung einer Methode betrieben, in der Expertenwissen für Ärzte sondiert und aufbereitet wird. Mit diesem Werkzeug kann die Diagnosequalität beträchtlich erhöht und zusätzlich auch bei therapeutischen Fragestellungen eingesetzt werden. Dieses medizinische Expertensystem steht zur Verfügung, um Ärzte in ihrer täglichen Praxis zu unterstützen. Die Forschungsprojekte des Horten Zentrums werden von einem international renommierten Beirat begleitet und geprüft. Weitere Hinweise unter: http://www.evimed.ch/

Die Helmut Horten Stiftungen blicken nun zurück auf vierzig Jahre weitreichender Medizinförderungen. Die ermutigenden Resultate sind für Frau Heidi Horten, die Stiftungsgremien und Stiftungsbeiräte Anlass genug, um sich auch in den nächsten Jahrzehnten mit der gleichen Energie und den zur Verfügung stehenden Möglichkeiten für die Leistungsfähigkeit medizinischer Fürsorge und das Wohl der Patienten einzusetzen.

 

Prof. Dr. Thomas Druyen

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