Pharmakogenetik- Möglichkeiten
und Grenzen
Die Fortschritte in der Genetik haben zu einem besseren Verständnis
von Erkrankungen und Medikamentenwirkungen und zur Bestimmung von
vielen interindividuellen Unterschieden der DNA-Sequenz geführt.
Die Pharmakogenetik ist diejenige Subdisziplin der Genetik, deren
Ziel es ist, solche Polymorphismen zwischen Patienten zu untersuchen,
welche die Wirksamkeit einer Arzneistofftherapie beeinflussen oder
eine Vorhersage über die Wahrscheinlichkeit relevanter Nebenwirkungen
erlauben.
In den letzten Jahren häuften sich die Erkenntnisse über
genetische Variabilitäten und es wurden zahlreiche neue genetische
Polymorphismen wie beispielsweise bei den ß2-Adrenorezeptoren
und bei den Cytochromen bestimmt, die eine erhöhte oder verminderte
Therapiewirkung verursachen. Die Zukunft der medikamentösen
Therapie wird somit in Richtung individualiserter Therapie geleitet.
Obwohl die Pharmakogenetik aufgrund der bisherigen Erkenntnisse
ein grosses Potential darstellt, müssen vorerst noch viele
Unsicherheiten geklärt werden. Die bisherigen klinischen Studien,
die pharmakogenetische Tests einschliessen, sind häufig sehr
klein und die Resultate verschiedener Studien inkonsistent. Aus
methodischer Sicht gibt es noch keine einheitlichen Empfehlungen
für ein adäquates Studiendesign für Studien der
pharmakogenetischen Forschung.
Das Ziel unseres Forschungsprojektes ist es deshalb, die Evidenz
von allen Studien, welche die Effektmodifikation von dem repräsentativen
ACE I/D Polymorphismus untersuchten, in einem „systematic
review“ zusammenfassen, um anhand von diesen Studien die
methodischen Aspekte zu evaluieren. Gemeinsam mit internationalen
Kooperationspartnern versuchen wir, Empfehlungen für die Durchführung
künftiger klinischer Studien auf dem Gebiet der Pharmakogenetik
zu erarbeiten.
Der wahre Wert dieser interessanten neuen Technologien der Pharmakogenetik
wird erst in umfangreichen und gut konzipierten Studien aufgezeigt
werden können.
Madlaina Scharplatz
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