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News vom Horten Zentrum, März 2003
Verstauchte Knöchel
Fünf Prozent aller Notfallpatienten kommen
mit einem schmerzenden Fußgelenk in die Klinik, aber nur
in 15% der Fälle ist
der Knöchel dann wirklich gebrochen. Um den inflationären
Gebrauch von unnötigen Röntgenbildern einzudämmen,
ist 1992 in Kanada ein spezielles Set von Untersuchungsregeln entwickelt
worden - die so genannten Ottawa Ankle Rules – das es dem
Notfallpersonal ermöglichen soll, eine Fraktur des Sprunggelenkes
mit großer Sicherheit auszuschließen, ohne den Fuß zu
röntgen. Eine Forschergruppe um Lucas Bachmann vom Zürcher
Horten-Zentrum für praxisorientierte Forschung hat nun 32
Studien zur Anwendung der Ottawa-Regeln einer genauen Untersuchung
unterzogen („British Medical Journal“, Bd. 326, S.
471-419). Dabei zeigte sich, dass diese Untersuchungsmethode Knöchelbrüche
mit einer Sicherheit von nahezu 100% ausschließt und der
Gebrauch von Röntgen dadurch um 30-40% verringert wird. Obwohl
viele Ärzte diese Erfolg anerkennen, kommen die Ottawa-Regeln
in der klinischen Praxis noch immer selten zum Einsatz. Offensichtlich
verlangen Ärzte eine maximale Sicherheit und greifen deshalb
schon beim geringsten Zweifel doch wieder zum Röntgenbild.
Dieses extreme Sicherheitsbedürfnis gelte es deshalb in erster
Linie zu berücksichtigen, so meinen die Autoren, wenn die
Ottawa-Regeln als eine sehr effektive kostendämpfende Maßnahme
greifen soll.
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