Es ist mir eine grosse Ehre und es freut
mich, Sie zur Tagung „Informationstransfer und -management
in der Medizin“ begrüssen zu dürfen.
Die Helmut Horten Stiftung unterstützt mit einem grosszügigen
Beitrag die Initiative von Professor Wilhelm Vetter und den unermüdlichen
Einsatz von Privat-Dozent Dr. Johann Steurer. Sie sind mit der Idee,
“evidence based medicine“ als Disziplin der klinischen
Forschung in einem selbständigen Universitätsinstitut
aufzuziehen und mit der Bitte um finanzielle Unterstützung
an die Helmut Horten Stiftung herangetreten. Auf diese Weise wurde
die Umsetzung ermöglicht und das „Horten-Zentrum für
praxisorientierte Forschung und Wissenstransfer“ am 9. September
1999 feierlich eröffnet.
Helmut Horten war eine der grossen deutschen Unternehmens-persönlichkeiten
der Nachkriegszeit. Er baute dann einige schon vor dem Krieg bestandenen
Kaufhäuser mit visionärer Initiative und unternehmerischem
Spürsinn zu einem bedeutenden Warenhauskonzern aus. 1968, als
der Konzernumsatz bereits zwei Milliarden DEM überschritten
hatte und eine Belegschaft von 25.000 Personen beschäftigt
wurden, erhielt sein Unternehmen das Rechtskleid einer Aktiengesellschaft.
Dies war ein bedeutender Schritt für einen personenunabhägigen
Fortbestand seines Unternehmens, dessen Aktien er in der Wende zu
den 1970iger Jahre stufenweise an die Börse brachte. Mit dem
Abschluss seiner intensiven unternehmerischen Tätigkeit zog
er, damals 60-jährig, in den Tessin.
Sein grosses Interesse galt seit jeher biologischen und medizinischen
Fragen zum Schutze der menschlichen Gesundheit. Zunächst kamen
seine Initiativen auf diesem Gebiete der Belegschaft seines Unternehmens
zugute, der er eine medizinische Betreuung in einem für die
damalige Zeit ungewöhnlichen Ausmasse zukommen liess. Auch
sein betriebseigenes Erholungsheim war in jener Zeit keine Selbstverständlichkeit.
Die Förderung des Gesundheitswesens blieb nach seinem Rückzug
ins Privatleben sein grosses Anliegen. 1971 gründete Helmut
Horten die „Stiftung Villalta“ mit einem Anfangskapital
von einer Million Franken.
Das Stiftungskapital wurde im Laufe der Jahre wiederholt erhöht,
zuletzt in Form eines Legates auf 60 Millionen Franken nach seinem
Tode Ende 1987. Um sein Andenken zu ehren wurde dann die Stiftung
in „Helmut Horten Stiftung“ umbenannt. Er umschrieb
den Stiftungszweck sehr präzise, aber nicht zu eng, so dass
heute der Stiftungsrat über genügend Spielraum verfügt,
Massnahmen zu unterstützen, die die Gesundheit des Menschen
schützen wollen, sei es durch Zuwendungen an medizinische Forschungsstätten
und Spitäler, oder sei es an Personen, die im medizinischen
Sinne bedürftig sind.
Ohne Zweifel entfacht das Horten-Zentrum hier in Zürich eine
ungeheure Breitenwirkung im Sinne des Stiftungszweckes. Die zunehmende
Benützung der auf dem Internet zur Verfügung gestellten
medizinischen Information bestätigt uns dies. Das Institut
erarbeitet aber auch für verschiedene Auftraggeber Projektdesigns
und hilft bei der Durchführung der Studien und bei der Auswertung
der Resultate.
Die kritische Beurteilung der Tätigkeit des Horten-Zentrums
vor seiner Gründung und nach dem ersten Betriebsjahr durch
ausländische unabhängige Experten war äusserst positiv.
Dieser Bericht freut uns im Stiftungsrat und gibt uns Gewissheit,
dass unsere Vergabung sinnvoll ist. Das morgen stattfindende Symposium
bringt uns zweifellos weitere, vertiefte Einsicht in die Organisation
des Wissenstransfers und die Integration wissenschaftlicher Erkenntnisse
in die Arbeit des Arztes.
Ich möchte mich im Namen von Frau Horten persönlich und
namens des Stiftungsrates bei den Referenten der Tagung aus den
USA, aus England, aus Deutschland und aus der Schweiz bestens für
ihre Mitwirkung bedanken.
Dank gebührt vor allem aber auch den unermüdlichen Initianten
des Horten-Zentrums, Herrn Professor Vetter, Herrn Doktor Steurer
und seinen Mitarbeitern und Mitarbeiterin. |