Die Eröffnungsrede von
Dr. Georges A. Streichenberg,
Präsident des Stiftungsrats

zur Eröffnung des Symposiums
„Informationstransfer und
-management in der Medizin“
vom
20./21. September 2001
im grossen Hörsaal Ost
des
Universitätsspitals Zürich,
Rämistrasse 100.

Es ist mir eine grosse Ehre und es freut mich, Sie zur Tagung „Informationstransfer und -management in der Medizin“ begrüssen zu dürfen.

Die Helmut Horten Stiftung unterstützt mit einem grosszügigen Beitrag die Initiative von Professor Wilhelm Vetter und den unermüdlichen Einsatz von Privat-Dozent Dr. Johann Steurer. Sie sind mit der Idee, “evidence based medicine“ als Disziplin der klinischen Forschung in einem selbständigen Universitätsinstitut aufzuziehen und mit der Bitte um finanzielle Unterstützung an die Helmut Horten Stiftung herangetreten. Auf diese Weise wurde die Umsetzung ermöglicht und das „Horten-Zentrum für praxisorientierte Forschung und Wissenstransfer“ am 9. September 1999 feierlich eröffnet.

Helmut Horten war eine der grossen deutschen Unternehmens-persönlichkeiten der Nachkriegszeit. Er baute dann einige schon vor dem Krieg bestandenen Kaufhäuser mit visionärer Initiative und unternehmerischem Spürsinn zu einem bedeutenden Warenhauskonzern aus. 1968, als der Konzernumsatz bereits zwei Milliarden DEM überschritten hatte und eine Belegschaft von 25.000 Personen beschäftigt wurden, erhielt sein Unternehmen das Rechtskleid einer Aktiengesellschaft. Dies war ein bedeutender Schritt für einen personenunabhägigen Fortbestand seines Unternehmens, dessen Aktien er in der Wende zu den 1970iger Jahre stufenweise an die Börse brachte. Mit dem Abschluss seiner intensiven unternehmerischen Tätigkeit zog er, damals 60-jährig, in den Tessin.

Sein grosses Interesse galt seit jeher biologischen und medizinischen Fragen zum Schutze der menschlichen Gesundheit. Zunächst kamen seine Initiativen auf diesem Gebiete der Belegschaft seines Unternehmens zugute, der er eine medizinische Betreuung in einem für die damalige Zeit ungewöhnlichen Ausmasse zukommen liess. Auch sein betriebseigenes Erholungsheim war in jener Zeit keine Selbstverständlichkeit.

Die Förderung des Gesundheitswesens blieb nach seinem Rückzug ins Privatleben sein grosses Anliegen. 1971 gründete Helmut Horten die „Stiftung Villalta“ mit einem Anfangskapital von einer Million Franken.

Das Stiftungskapital wurde im Laufe der Jahre wiederholt erhöht, zuletzt in Form eines Legates auf 60 Millionen Franken nach seinem Tode Ende 1987. Um sein Andenken zu ehren wurde dann die Stiftung in „Helmut Horten Stiftung“ umbenannt. Er umschrieb den Stiftungszweck sehr präzise, aber nicht zu eng, so dass heute der Stiftungsrat über genügend Spielraum verfügt, Massnahmen zu unterstützen, die die Gesundheit des Menschen schützen wollen, sei es durch Zuwendungen an medizinische Forschungsstätten und Spitäler, oder sei es an Personen, die im medizinischen Sinne bedürftig sind.

Ohne Zweifel entfacht das Horten-Zentrum hier in Zürich eine ungeheure Breitenwirkung im Sinne des Stiftungszweckes. Die zunehmende Benützung der auf dem Internet zur Verfügung gestellten medizinischen Information bestätigt uns dies. Das Institut erarbeitet aber auch für verschiedene Auftraggeber Projektdesigns und hilft bei der Durchführung der Studien und bei der Auswertung der Resultate.

Die kritische Beurteilung der Tätigkeit des Horten-Zentrums vor seiner Gründung und nach dem ersten Betriebsjahr durch ausländische unabhängige Experten war äusserst positiv. Dieser Bericht freut uns im Stiftungsrat und gibt uns Gewissheit, dass unsere Vergabung sinnvoll ist. Das morgen stattfindende Symposium bringt uns zweifellos weitere, vertiefte Einsicht in die Organisation des Wissenstransfers und die Integration wissenschaftlicher Erkenntnisse in die Arbeit des Arztes.

Ich möchte mich im Namen von Frau Horten persönlich und namens des Stiftungsrates bei den Referenten der Tagung aus den USA, aus England, aus Deutschland und aus der Schweiz bestens für ihre Mitwirkung bedanken.

Dank gebührt vor allem aber auch den unermüdlichen Initianten des Horten-Zentrums, Herrn Professor Vetter, Herrn Doktor Steurer und seinen Mitarbeitern und Mitarbeiterin.

 
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